|
|
|
Unsere Tipp`s des letzten Monates: Oktober Der Wintergarten und die Kübelpflanzen Landauf landab entstanden in den letzten Jahren Wintergärten. Viele Bauherren möchten bei Renovationen und Neubauten den Balkon oder die Sitzplatzfläche besser nutzen können. Mit dem Bau eines Wintergartens kann dies erreicht werden. Viele Pflanzenarten, die unsere strengen Winter kaum überstehen würden, gedeihen in Wintergärten besonders gut und tragen zu einem neuen Wohngefühl massgeblich bei. Warum ein Wintergarten Mitte der siebziger Jahre hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass mit besserer Wärmedämmung dem Energieverschleiss entgegengetreten werden muss, der Oelschock von 1973 sass noch tief. Etwas später wurde der Wintergarten als „Energiesparer" wiederentdeckt. In vielen Variationen wurden Balkone, Windfänge, Sitzplätze, Veranden und Passagen als verglaste Bauten realisiert. Diese Pufferzonen verringern den Wärmeabfluss aus den Innenräumen, leiten die aufs Glas einfallende Sonnenenergie weiter und lassen eine verlängerte Nutzung des Tageslichtes zu. Mit der Zeit wurden die Metall-Glas Konstruktionen in Bezug auf die Wärmedämmung besser und besser. Heute ist es möglich, fast ohne Energieaufwand einen Wintergarten frostfrei zu halten. Planung Als erstes muss die Frage nach der zukünftigen Nutzung klar umschrieben werden. Der typische Wintergarten hat einen Temperaturbereich von +5°C im Winter und +30°C im Sommer. Er ist vom eigentlichen Haus mittels Türen abgetrennt. Im Winter sorgen schon wenige Sonnenstrahlen für angenehmes Klima. Folgende wichtige Planungskriterien müssen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden: die Lage, der Sonnenschutz im Sommer und die Belüftung. Als Selbstverständlichkeit darf angesehen werden, dass ein guter Planer auch das ästhetische Gesamtbild von Haus, Garten und Wintergarten berücksichtigt. Wintergärten begrünen Beim begrünen von Wintergärten müssen ein paar wichtige Grundlagen beachtet werden. Bei einer Wintergartengrösse von 30 m2 soll man 1/3 als Pflanzfläche ausscheiden können. Die restlichen 20 m2 werden als gemütlicher, genügend grosser Sitzplatz beansprucht. Diese Faustregel lässt sich fast durchwegs anwenden. Trotzdem ist die Wintergartenbegrünung eine anspruchsvolle Tätigkeit, wo gestalterisches und künstlerisches Flair gefragt sind. Daneben sind Pflanzentypische Kenntnisse wichtig: Alle Pflanzen haben ein Grundbedürfnis bezüglich Licht, Wasser, Nährstoffe, Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Die Ansprüche von typischen Wintergartenpflanzen kann man durchaus mit menschlichen Bedürfnissen vergleichen: So fühlen sich diese Pflanzen genau dort wohl, wo dies auch Menschen tun. Das heisst, dass im Wintergarten ein ähnliches Klima herrschen muss, wie bei einem guten Büroarbeitsplatz: Eine optimale Belichtung, frische Luft ohne Durchzug und ein Temperaturbereich zwischen 16 und 22°C. Ganz allgemein ist für Pflanzen jedoch eine Temperatursenkung in den Wintermonaten sehr günstig, ist doch ihre Wachstumstätigkeit wegen dem weniger vorhandenen Tageslicht sowieso eingeschränkt. Eine weiterer, wichtiger Grundsatz ist die Funktionalität der Bepflanzung eines Wintergartens. Pflanzen dürfen die menschliche Aktivität nicht beeinflussen, dürfen also nicht im Wege herumstehen. Die besten Pflanzenstandorte sind tote Winkel aller Art und Wände. Bei der Auswahl der Pflanzenstandorte muss die Ästhetik und die „architektonische Sprache" des Raumes einbezogen werden. Der Zusammenhang zwischen Raum und Pflanze ist dabei sehr wichtig. Eine feinstrukturierte Mauer verträgt zum Beispiel keine feinblättrige Pflanze, weil diese verschwinden würde. Demnach ist der Form, Struktur, Blattfarbe und dem „optischen Gesicht" von Pflanzen viel Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu ein weiterer Tip: Dichte und dunkle Pflanzen gehören in den bodennahen Bereich, helle und lockere Pflanzen eher in die Höhe und an Randbereiche. Dies gibt dem Raum optische Höhe und Weite. Im Falle des Wintergartens ist es selbstverständlich möglich, die Pflanzung dauernd zu verändern. So kann man im Wintergarten sehr gut Pflanzen überwintern, welche vom Frühling bis zum Herbst im Freien stehen. Dies ist ein wichtiger Aspekt für alle Kübelpflanzenfans. Erd- und Hydrokulturen In der Regel wachsen Pflanzen in der Erde. Dies entspricht dem konventionellen Bild. Die Erdkultur hat zwei grosse Vorteile: Die Auswahl an blühenden Topfpflanzen in Erdkulturen ist am grössten und kleinere Pflanzen liegen im Preis deutlich unter vergleichbaren Pflanzen aus Hydrokulturen. Im Haushalt müssen aber auch Nachteile in Kauf genommen werden: Die Pflege von Pflanzen in Erdkulturen ist aufwendiger und verlangt einiges Geschick. Vor allem das Giessen erfordert den berühmten grünen Daumen. Viele Käuferinnen und Käufer wünschen daher etwas mehr Sicherheit und entscheiden sich deshalb für eine Hydrokultur. Das System ist einfach: Die Pflanzen stehen in einem strukturstabilen, anorganischen Substrat, dem Blähton. Mittels Wasserstandsanzeiger kann man jederzeit die Versorgung der Pflanze mit Wasser ablesen. Die Nährstoffversorgung wird mit Flüssigdünger oder mit speziellen Düngepatronen sichergestellt. Der Vorteil der Hydrokultur ist also die stark vereinfachte Pflege der Pflanzen. Kübelpflanzen Als Kübelpflanzen bezeichnet man jene Pflanzen, die im Winter frostfrei gehalten werden müssen, die wärmere Jahreszeit aber im Freien verbringen. Man pflanzt sie in Kübel, damit ein möglichst einfacher Transport im Herbst vom Garten in den Überwinterungsraum möglich ist. Solche Pflanzen stammen aus Gegenden wie Afrika, Lateinamerika, Australien und aus dem südlichen Europa. Kübelpflanzen zaubern etwas Ferienstimmung und südländischer Charme in unsere Gärten. Sie sind ein sehr gutmütiges Gestaltungselement, kann man sie doch schieben und anordnen wie man will. Typische, weit verbreitete Vertreter sind Aukube, Engelstrompete, Eukalyptus, Gewürzlorbeer und Oleander. Etwas weniger bekannte, nicht weniger wertvolle Kübelpflanzen sind: -Die Schmucklilie (Agapanthus) wird bis 1m hoch. Die immergrünen, schmalen, langen Blätter bilden ein schönes Bouquet. Daraus wachsen im Frühling viele blaue Blüten, die sich zu kugeligen Gesamtblüten vereinen. -Die Orangenblüte (Choisya) ist ein Kleinstrauch, der bis 1,5m hoch wird. Die kleinen weissen Blüten machen durch ihre grosse Anzahl auf sich aufmerksam. Sie duften stark nach Orangen. -Eine recht stattliche Kübelpflanze ist die Kanarische Dattelpalme (Phönix), deren Früchte, trotz Name, nicht essbar sind. In ihrer Heimat wird die Dattelpalme bis 18m hoch. Bei uns bildet sie aber erst im Alter einen Stamm. Die Palmenwedel sind über 2m lang. Mit etwas Glück entwickeln sich crèmeweisse, Blüten an reichverzweigten Rispen. -Eine recht exotische Erscheinung ist die Bitterorange (Poncirus). Die dunkelgrünen glänzenden Triebe mit stark abgeflachten, 5-8cm langen Dornen, schützt die Pflanze in ihrer Heimat (Korea) vor Tierfrass. Bei uns ist es eine sehr eigenwillige Pflanze, von der man schon mal gekratzt werden kann. Die Bitterorange blüht im Frühling weiss, noch vor dem Blattaustrieb. -Ein Vertreter der Nachtschattengewächse, dies ist die Familie der Kartoffeln, ist der Kartoffelbaum (Solanum). Er ist eine Bereicherung für jede Kübelpflanzenecke. Die Blütezeit erstreckt sich vom Juni bis in den Oktober. Die Blüten sind violett, mit einem gelben Punkt in der Mitte. -Ein zweiter, sehr dankbarer Blüher, ist der Hammerstrauch (Cestrum). Den ganzen Sommer über entwickeln sich purpurrote, röhrenförmige Einzelblüten, die sich an Triebenden zu Halbkugeln zusammenfügen. Der Hammerstrauch ist ein zierlicher, 2,5m hoher Strauch, mit locker überhängenden Zweigen. Diese Liste von Kübelpflanzen ist bei weitem nicht abschliessend. Bei Kübelpflanzenfans kommt es oft vor, dass sich im Laufe der Jahre ein kleiner Botanischer Garten ansammelt, der Besuchern und Spaziergängern staunende Blicke und lobende Worte entlockt. Kübelpflanzen überwintern: Kübelpflanzen, die durch die warme Jahreszeit viele Menschen erfreuen, sind im Winter wenig attraktiv, müssen aber dennoch gehegt und gepflegt werden. Vor dem Einwintern werden die Pflanzen genau auf Krankheiten, Schädlinge und verletzte Triebe. kontrolliert. Mit einem leichten Rückschnitt, je nach Pflanze bis zu 1/3 des Pflanzenvolumens, sichern wir das Überleben der Pflanze, weil sie fortan viel weniger Energie braucht. Durch die Wintermonate sind periodische Kontrollen in Bezug auf Krankheiten und Schädlinge nötig. Blattläuse, weisse Fliegen und Mehltaukrankheiten können nämlich auftreten. Wenn befallene Triebe sorgfältig entfernt werden, kann man einen chemischen Gifteinsatz meistens umgehen. Im Winter stellt sich immer die Frage nach dem giessen. Auch im Winter brauchen die Pflanzen Wasser, wenn auch nur wenig. Das heisst, dass die Topferde nie austrocknen darf. Von Zeit zu Zeit ist also eine Wassergabe nötig. Dünger brauchen die Pflanzen im Winter nicht. Gegen Ende April schneidet man die sommergrünen Pflanzen abermals etwas zurück. Gegen Mitte Mai, die Frostnächte sind vorüber, stellt man die Kübelpflanzen wieder ins Freie. Aber aufgepasst: Starker Sonnenschein beim Umzug ist für die Pflanzen ein Schock. Also wählt man einen bewölkten Tag, damit sich die Pflanzen akklimatisieren können. Nun beginnt man wieder mit den üblichen Arbeiten, wie giessen und düngen. Noch etwas zum Überwinterungsraum: Er muss grundsätzlich drei Ansprüchen genügen: frostfrei, niedere Luftfeuchtigkeit und er muss etwas Tageslicht einlassen. Diese Beschreibung passt auf Waschküchen, helle Schuppen, Velokeller und natürlich auf Wintergärten. Diese Erklärungen gleichen einem Grundlagenwissen. Das Überwintern ist von Pflanze zu Pflanze verschieden. Mit Erfahrungsaustausch und nachfragen beim Fachmann gewinnt man mit der Zeit die besten Kenntnisse, zugeschnitten auf die eigenen Pflanzen. Zauberhafter Balkonschmuck im Winter: Nachdem die Sommerbepflanzung auf Balkonen und Fenstersimsen den ersten Frösten weichen muss, scheint die Saison auf dem Balkon vorbei zu sein. Dem ist jedoch nicht so. Es gibt viele winterharte Pflanzen, die sich sehr gut eignen, den Balkon bis weit in den Winter hinein kreativ zu gestalten. Die meisten dieser Pflanzen zeichnen sich durch sehr attraktive Blattfärbung aus: So der rot- und der gelb-grün- blättrige Günsel, der grün-weisse Salbei, der hellgrau-filzige Beifuss, diverse Gräser, Zierkohlarten und verschiedene Euonymus-Arten. Zu diesen Blattpflanzen gesellen sich Beerentragende Pflanzen wie Skimmie und Scheinbeere. Hängende Pflanzen runden das Angebot ab: Efeu, Ziererdbeeren und Pfennigkraut. Neben diesen verschiedenen Pflanzen sind der Ausgestaltung der Balkonkisten keine Grenzen gesetzt. Blühende Eriken und Zweige von immergrünen Nadelhölzern mehren die Möglichkeiten genauso wie Zierkürbisse, farbige Steine, Marronifrüchte und Nadelholzzapfen. Beim Kauf von Pflanzen muss man darauf achten, dass die Blattfarben kräftig sind. Durchwurzelte Topfballen weisen zusätzlich auf eine gute Qualität hin. Pflege herbstlicher Balkonkisten: Die gefrorene Erdoberfläche an strengen Wintertagen verhindert das giessen. Trotzdem benötigen die Pflanzen ein Minimum an Wasser. Also hat man darauf zu achten, dass die Kistenerde immer ein wenig feucht ist und nicht trocken einfrieren kann. Die Düngung mit dem Giesswasser entfällt, wenn beim bepflanzen der Blumenkisten der Erde ein kleiner, langwirkender Düngervorrat beigemischt wurde. Ansonsten sind Herbstzauberpflanzen anspruchslos und pflegeleicht.
|